Instrumente für den Frieden

Der Ruf der heutigen Zeit ist ein Ruf nach Frieden. Während meiner morgendlichen Meditation kann ich den Ruf dieser friedlosen Welt nach Frieden hören – nicht nur nach einem Ende der Konflikte, sondern nach einer tiefen inneren Stille und Ruhe, an die sich jede Seele als ihren ursprünglichen Zustand erinnert.
Wenn wir Frieden finden wollen, müssen wir uns zunächst selbst lernen, still zu werden, dann können wir auch friedvoll werden. Friedvoll zu werden bedeutet, die Zügel über den aus der Kontrolle geratenen Geist zu ergreifen und die umherirrenden Gedanken anzuhalten. Wenn unser Geist erst einmal aufmerksam geworden ist, können wir ihn dazu bringen, still zu werden. Es geht um wahre Stille; nicht ein Ort ohne Schall, sondern ein Ort, an welchem wir ein Gefühl tiefen Friedens und eine tiefgreifendes Gefühl des Wohlbefindens haben.
Es ist kein leerer Geist, der diesen Zustand des Friedens hervorruft. Um sich in diesen Zustand von tiefer Stille zu versetzen, müssen wir den Intellekt trainieren, unvermischte gute Gedanken zu erzeugen. Wir müssen ihn trainieren, sich zu konzentrieren. Unsere nutzlosen Gedanken belasten uns. Die Gewohnheit, zu viele Gedanken und Worte zu erschaffen, erschöpft den Intellekt. Wir müssen uns fragen: “Wie kann ich die Gewohnheit kultivieren, die Qualität von Gedanken zu haben, die ich gern möchte.“
Wer ist es, der sich nach Frieden sehnt? Ich bin es, das Wesen im Inneren, die Seele. Wenn ich mich vom Körper und von körperlichen Dingen loslöse und mich von den Zerstreuungen der Welt abwende, kann ich mich nach innen, auf das innere Wesen richten. Wie ein vollkommen ruhiger See, bei dem jeder Windhauch zum Stillstand gekommen ist, so schimmert das Wesen im Inneren, indem es die ihm innewohnenden Qualitäten der Seele ruhig reflektiert. Gefühle des Friedens und Wohlbefindens stellen sich in meinem Geist ein, verbunden damit tauchen auch Gedanken der Wohltat auf.
Ich lasse alle Gedanken der Unzufriedenheit los und werde mir meines ursprünglichen Seinszustands bewusst. Ich erinnere mich an diese innere Ruhe. Obwohl ich lange nicht mehr in diesem Zustand war, erinnere ich mich daran, wie an mein fundamentalstes Bewusstsein und ein Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit steigt in mir auf. In diesem Zustand erkenne ich jede Seele als Freund, ich bin mein eigener Freund. Ich bin zutiefst ruhig, ich bin still und in absolutem Frieden.
Dieser tiefe Brunnen des Friedens ist der ursprüngliche Zustand der Seele. Wenn ich in diesem Zustand bin, dann fühle ich, wie Liebe für die Menschheit mich durchfließt und ich fühle einen Zustand, der erhabener ist als der, den ich normalerweise als Glück bezeichnen würde, einen Zustand der Glückseligkeit. Wenn ich diesen Zustand erlange, dann kann etwas wahrhaft Wundervolles geschehen. Wenn ich in diesem Zustand vollkommenen Seelen-bewußtseins ruhe, werde ich mir darüber bewusst, dass eine andere Energie beginnt, in mich hinein zu fließen. Ich fühle Stärke und eine Kraft, die so umfangreich ist, dass ich in diesem Moment weiß, es gibt nichts, was ich nicht tun kann, und keinen Ort, den ich nicht erreichen kann.
Wenn dies geschieht, erfahre ich die Verbindung mit der göttlichen Energie und spüre wie die Kraft Gottes mein inneres Wesen durchströmt. Wenn ich nach innen gerichtet und mit diesem Strom der göttlichen Kraft verbunden bleibe, dann verändert sich sogar die Art, wie ich meine physischen Sinnesorgane benutze. Wenn ich auf die Welt schaue, sehe ich sie in meiner ursprünglichen Natur des Wohltäters und habe Mitgefühl für sie.
In dieser Erfahrung weiß ich, was die Kraft der Stille ist. Es ist diese Kraft, die mich innerlich transformiert und die mich rein und kraftvoll macht. Wenn die Seele mit Gott verbunden ist, dann entwickelt sie Kraft, die dann auf unsichtbare Weise auch andere erreicht und die in ihnen, in der Natur und in der Welt Transformation bewirkt.
Das Geheimnis dieser Kraft der Stille ist, dass nicht ich die Aufgabe der Transformation bewerkstelligen muss. Göttliche Kraft verwandelt automatisch. Ich muss nur die innere Aufgabe vollbringen, tief in die Erfahrung des ursprünglichen Zustands des Selbst einzutauchen. Dann wird in mir eine Stille sein, die Gott befähigt, seine Arbeit durch mich, sein Instrument, auszuführen.